Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr

Der Bodensee bei Sonnenuntergang.

Eines der ersten Zitate, die ich kennenlernte, als ich nach Konstanz zog: „Wenn ich den See seh‘, brauch ich kein Meer mehr“. An manchen Stellen des Bodensees kann man aufgrund der Größe tatsächlich das andere Ufer nicht sehen, was ein wenig das Gefühl von Meer aufkommen lässt.

Deshalb möchte ich in meinem Beitrag zur Blogparade des Deutschen Historischen Museums  und Tanja Praske gerne etwas über den Bodensee erzählen (vielleicht zählt ja, dass er Schwäbisches Meer genannt wird).

Der Bodensee übt auf mich eine große Faszination aus, ich weiß nicht genau warum. Direkt am See entsteht eine ruhige Atmosphäre, auch wenn viel Trubel herrscht. Das Wasser hat etwas unheimlich Beruhigendes. Im Sommer erfreut er sich großer Beliebtheit, man muss aber auch sagen, dass das Wetter meist zu einem Strandbesuch einlädt. Gerade in Konstanz werden eine Vielzahl kostenloser Bademöglichkeiten angeboten. Es gibt die bekannten Freibäder wie das Hörnle (eigentlich Strandbad Horn), die auch ziemlich voll sind und kleinere, die etwas abseits liegen wie in Wallhausen oder am Klausenhorn, aber genau so schön sind. Alle sind per Bus gut zu erreichen. Wenn wir Glück hatten, war auch das Beachvolleyballfeld frei, so dass der Tag eine Abwechslung aus baden, Volleyball spielen und faul herumliegen war.

Zahlreiche Strände rund um Konstanz laden zum Baden ein.

Was mir fehlt, sind „richtige“ Wellen. Am See entstehen durch vorbeifahrende Boote kleinere Wellen, aber es ist ein eher ruhiges Gewässer (zumindest oberflächlich und in Ufernähe). Mein erster Besuch am Meer vor zwei Jahren seit sehr langer Zeit war deshalb auch etwas absolut Besonderes. Es war doch noch einmal eine ganz andere Atmosphäre, die Weite war deutlicher, fand ich.

Man muss auch sagen, da ich jeden Tag zumindest theoretisch die Gelegenheit hatte, an den See zu gehen, ließen zwar die Besuche im Freibad bzw. Strand nach, aber nicht die Sehnsucht nach dem Wasser. Spaziergänge oder zumindest kurze Besuche waren mir auch weiterhin sehr wichtig. Trotzdem muss ich sagen, es war wirklich wunderbar am See, aber mit dem „richtigen“ Meer in zweistündiger Entfernung vermisse ich das Wasser und die Stadt eigentlich kaum. Alles zu seiner Zeit oder so.

Der Bodensee im Winter.

Eine Sache, die viele schwierig finden, ich aber immer äußerst faszinierend, waren die Winter in Konstanz. Durch den See war es in den kalten Monaten fast immer nebelig. Und damit meine ich nicht ein wenig diesig, sondern so nebelig, dass man die Hauswand gegenüber manchmal nicht sehen konnte. Das hatte wieder etwas unheimlich Faszinierendes. Deshalb würde ich auch einfach mal einen Besuch im Winter empfehlen, durch den Nebel entsteht das „Meer-Gefühl“ noch einmal stärker. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass man gar kein Meer mehr braucht, wenn man am See ist. Das Meer hat schon noch mal eine andere Faszination.

4 Antworten auf „Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr“

  1. Liebe Lisa,

    wie schön, dass du nach #SchlossGenuss wieder bei einer Kultur-Blogparade dabei bist – dein #DHMMeer gefällt mir richtig gut. Ich beneide dich darum, dass du jederzeit zum See kannst, träumen ent- und abspannen, Energie auftanken und wieder für den Alltag gewappnet sein.

    Mir bleibt da nur die Isar – und unser Sommerurlaub an der französischen Mittelmeerküste. Das eine kann ich jederzeit haben und es beruhigt, das andere steht endlich bald wieder an!

    Sonnige Grüße
    Tanja

    1. Liebe Tanja,

      es macht sehr viel Spaß, seine Ideen zu solch völlig unterschiedlichen Themen einzubringen.

      Ja, es war schon sehr schön, einfach mal an den See gehen zu können. Aber ich finde es auch nicht schlimm, jetzt nicht mehr täglich die Gelegenheit zu haben. Vom Rheinland ist es ja glücklicherweise nicht weit zum Meer 🙂

      Ich wünsche Dir einen tollen Urlaub und mit der Isar in der Nähe ist es doch tatsächlich auch schön!

      Liebe Grüße,
      Lisa

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